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12. Juli 12. Juli14. Juli 14. Juli

13. Juli

gesamte Route

unkorrigierter GPS-Track!

Auch in dieser Nacht werde ich einige Male wach, denn das Nachtleben der Stadt hat mit meiner Ankunft noch längst kein Ende gefunden. Da der Park, wie ich erst im Nachhinein so langsam erkenne, in einem spitzen Winkel zweier einander schneidender Straßen liegt und »mein« Pavillon in Sicht- und Hörweite beider Straßen, sehe ich laufend Leute ziemlich nahe an meinem Versteck vorbei laufen, wenn ich mich aufrichte. Und das tue ich, wenn ich wach werde und den akustischen Eindruck habe, dass mir jeden Moment jemand in die »gute Stube« spaziert kommen könnte. (Ich kann in der Dunkelheit tatsächlich nicht entscheiden, ob die Leute da vor dem Gitterzaun entlang schlendern oder dahinter, auf dem Bürgersteig.) In dieser Hinsicht ist meine Gastfreundschaft nämlich eingeschränkt. Mir wäre es lieber, diese Typen ließen mich schlafen – in der Nähe wie aus der Ferne.

Bei einem dieser unruhigen Momente bemerke ich, wie zur Abwechslung mal innerhalb des eingezäunten Geländes jemand herumspaziert. Der Mann ist in einen Bademantel gekleidet, und es sieht aus, als treibe ihn die Schlaflosigkeit ins Freie. Mann, wärst du so freundlich, deine Probleme nicht auf mich zu übertragen?! Halte Abstand, schau nicht herüber, erweck am besten ganz allgemein nicht den Eindruck, als hättest du hier irgendetwas entdeckt, das deinen Entdeckergeist anstacheln könnte! Ja, eine Wendung um 120 Grad ist genau richtig. Weiter so! Du findest bestimmt bald wieder und ganz ohne jede fremde Hilfe die Tür zu deinem Schlafzimmer, und dann ist das Problem nur noch halb so groß, weil zumindest ich dann weiter schlafen kann. Mir ist es einfach nicht so lieb, mitten in der Nacht neugierige Fragen gestellt zu bekommen, die ich ohnehin nicht verstehe oder die letztlich auf die Erwartung hinauslaufen, dass ich meinen Schlafplatz wechsle.

Als ich schließlich aufwache, ist heller Tag. Hätte ich bei vergleichbar hohem Nachmittagssonnenstand den vergangenen Tag beenden wollen, wäre ich bestimmt nicht mal bis Jantarny (Янтарный, Palmnicken) gekommen. Ich ziehe mich erst mal wieder an, was angesichts der erschreckenden Einsehbarkeit all dessen, was über die Sichtbarriere hinausragt, gar nicht so einfach ist. Auch bei Tageslicht ist es mir lieber, abfahrbereit zu sein für den Fall, dass jemand Anstoß an meiner Anwesenheit nehmen sollte. Von dieser Situation trennen mich das verpackte »Bettzeug« und ein solides Frühstück. Erst mal räume ich den Schlafsack und die Matten weg. Danach kann ich die »Fresstaschen« immer noch aufmachen. Gestern Abend hatte ich die unangenehmen kulinarischen Erfahrungen des vergangenen Morgens noch verarbeitet und einen Teil der »Sägespäne« mit einem halben Liter Wasser aus einer der Trinkflaschen angesetzt. Die Plastikschüssel, in der ich das Experiment luftverschlossen angerührt hatte, steht ohnehin schon griffbereit, denn Behälter, für die auch nur eine vage Chance einer Undichtigkeit besteht – sei es von sich aus oder infolge der Erschütterungen und Drücke während der Fahrt –, kommen mir seit 1999 nur noch ausnahmsweise in diese Taschen. Damals fuhr ich durch Frankreich, und ich hatte diverse Puddings schätzen gelernt, wie sie in allen Konsistenzen, Geschmacksrichtungen und Flüssigkeitsgraden von Carrefour, Les Mousquetaires und anderen großen Ketten angeboten wurden. Die wurden meist im Vierer-, Sechser- oder Achterpack angeboten – lauter kleine Becher à 100…150 Gramm –, und irgendwie mussten sie ja mit dem Fahrrad verbunden werden, wenn ich sie nicht auf einmal essen wollte. Nach alter Väter Sitte kamen sie zunächst in die Taschen, aber nachdem mir zum zweiten Mal gleich mehrere Behälter kaputtgegangen und das Werkzeug sowie die übrigen Lebensmittel in einer unbeschreiblichen Weise schokoamalgamiert hatten, reifte sehr schnell der Entschluss, dass es auch anders gehen müsse. Fortan wurden die »Sixpacks« außen an die Taschen bandagiert, wo sie nur durch die Stege zwischen den einzelnen Bechern gehalten wurden. Die Verluste waren nach dieser Umstellung verblüffend gering, und ich hatte in der Folge auch keine Schwierigkeiten mehr damit, Maulschlüssel und Bananen optisch voneinander zu unterscheiden. Angenehmer Nebeneffekt war, dass die Transportkapazität deutlich zunahm, denn ich konnte theoretisch 4x8 dieser Becher mitnehmen, und da kommen dann schon ein paar Kilo zusammen.

Die Flocken schmecken diesmal ganz und gar nicht mehr hölzern, sondern überraschend zart. Lediglich der Nachgeschmack ist etwas herber, um nicht zu sagen: leicht bitter, aber dafür sind sie bestimmt umso gesünder (weil reine Rohkost), und mit Bananen und Äpfeln angereichert lässt sich dieser optisch unverändert wenig attraktive Brei vielleicht geschmacklich in die gewünschte Richtung trimmen. Hm …, na ja, es geht so.

Während ich so versuche mir einzureden, dass ich gerade einen Leckerbissen der ganz besonderen Art kaue und dass es schlechter Stil sei, auf Kekse auszuweichen, die zwar eine sichere Bank wären, aber ein rotes Tuch für jeden Zahnarzt (oder die Leimrute – ja nachdem, ob er an den beschwerdefreien Biss seiner Nichtpatienten oder an seine Einkünfte denkt), bemerke ich eine schwarze Maus, die in den Pavillon gehuscht ist und hier entweder traditionell mit Krümeln versorgt wird oder etwas viel Versprechendes gerochen hat oder einfach nur zufällig vorbeigekommen ist. Tja, Mausi, bei Keksen wärst du mit von der Partie, denke ich mir. Aber was willst du mit Haferschleim? Solch wässrige Kost kann doch nicht dein Fall sein, oder leidest du unter Geschmacksverirrung? Vielleicht haben wir beide ja dasselbe Problem. Ich will aber nicht schuld sein, wenn du Magenbeschwerden bekommst, auch wenn du dich mit Sicherheit viel leichter tust, einer möglicherweise beschleunigten Darmtätigkeit freien Lauf zu lassen. Meine Verdauung funktioniert unterwegs zwar nicht unbedingt in jedem Abschnitt schneller, aber wenn ich ein Bedürfnis habe, kann ich es nicht annähernd so gelassen vertagen wie im normalen Büroalltag. Eine solche Reise, kombiniert mit dieser Ernährung, macht mir unerfreulich häufig bewusst, woher der Begriff Notdurft kommt. (Und Not macht erfinderisch!) Derweil lässt mich die kleine Schwarze zurück, um sich ergiebigeren Jagdgründen zuzuwenden.

Bahnhof Swetlogorsk/Rauschen

Swetlogorsk (Светлогорск, Rauschen) ist noch weit ausgedehnter, als es mir in der Nacht schien. Jedenfalls habe ich nicht kurz vorm Ortsausgang genächtigt. Am nächsten Abzweig biege ich in Richtung Norden ab; vielleicht gelingt mir ein Blick aufs Meer bzw. auf die Steilküste oder irgendetwas, das mir einleuchtend erscheinen lässt, warum hierher so viele Menschen fahren, und sei es nur übers Wochenende. Vorerst mündet die Straße jedoch in eine andere, die so wie die an der Kurklinik vorbeiführende Magistrale ebenfalls ziemlich parallel zum Strand verläuft. Hier ist nur wenig Verkehr, dafür mehr Handel. Heute ist Sonntag, aber das schert hier kaum einen Händler, am wenigsten diejenigen, die versuchen, Touristensouvenirs an den Mann zu bringen. Die meisten der Bernsteinderivate sehen sehr schön aus, und wahrscheinlich wurde auch ziemlich viel Arbeit investiert – obwohl mich hier und da der Preis vermuten lässt, dass das entweder nicht immer stimmt oder dass einzelne Produkte quersubventioniert werden (was ich persönlich für ausgeschlossen halte). Aber dann denke ich mir: Selbst wenn sie dir das jetzt nach Deutschland expedierten, womöglich noch im Preis inbegriffen – was würdest du letztlich damit machen, außer einmal im Monat zu versuchen, ohne fortschreitende Zerstörung den Staub von dem Zeug zu wedeln oder zu pusten? Es gibt natürlich auch Halsketten und Armreifen, bei denen sich dieses Problem nicht stellt, aber Bernstein ist in meinen Augen ein ganz spezielles Schmuckmaterial: Es wirkt rasch wie ein Klunker, auch wenn es natürlich nicht so protzig daher kommt, als wären die wachteleigroßen Elemente stattdessen aus Gold. Ich erwerbe lieber ein paar Bananen; die muss ich wenigstens nicht noch bis nach Moskau und wieder zurück schleppen. Ohnehin wirkt das Beförderungsmittel Fahrrad auf eine »natürliche« Weise souvenirbegrenzend. In jede kleine Murmel müsste ich Energie investieren (und dafür Platz schaffen).

Die Kirschen haben übrigens auch hier saftige Preise. Die waren gestern also kein singuläres Ereignis. Bestenfalls handelt es sich dabei um ein Kartell. Ich muss also bluten oder auf andere Früchte ausweichen, und das tue ich dann auch: Bananen sind ja sowieso billig, aber in Russland sind sie noch mal deutlich günstiger. Kann das allein an der Mehrwertsteuer in Deutschland liegen? Umgerechnet 70 Cent für das Kilo lassen das unwahrscheinlich erscheinen. Gibt es »Sondergeschäfte« mit »Bananenrepubliken«?

Hochufer Swetlogorsk/Rauschen

Der nächste Abzweig nach Norden verschafft mir tatsächlich einen Blick hinunter aufs Meer. Es ist wirklich so: Dies ist keine flache Küste. Wer hier vom Strand wieder herauf kommt, benötigt zumindest ein bisschen Puste. Das sind schon ein paar Treppen. Später werde ich erfahren, dass es sogar eine Seilbahn gibt und dass diese keine Innovation der Russen ist. Arme Touristen! Wer sich bei diesen, durchaus moderaten Temperaturen, mit 30 oder 40 Höhenmetern überfordert fühlt, der sollte vielleicht vorerst etwas anderes ins Auge fassen als das, was in Rimini der Teutonengrill genannt wird. (Ich würde dort sowieso Krankenkassenvertreter hinschicken und je nach solar vermitteltem Hautlederungsexzess Risikoaufschläge verordnen. Aber dann würden die am Ende auch mir auflauern und behaupten, dass Radfahren in Russland nicht von der Grundsicherung abgedeckt sei.) In Jantarny haben sie zum Beispiel Beach-Volleyball gespielt – nur mal so als kleine Anregung für die Ertüchtigung zum Treppensteigen.

Villenviertel in Swetlogorsk/Rauschen

Nach diesem Blick auf die nordöstliche Ostsee verfolge ich weiter die gestern Abend eingeschlagene Richtung. Rechts und links der Straße liegen Grundstücke, die vielleicht nicht unbedingt mit denen in Grünwald konkurrieren können, jedenfalls nicht im Durchschnitt, aber das liegt erstens daran, dass hier nicht alles so verrammelt ist wie in Grünwald – wer es in Russland zu was gebracht hat, der hat weniger Scheu, das zu zeigen –, zweitens kann zumindest ich mich an kein Gebäude in Grünwald erinnern, von dem ich gesagt hätte: Genau so eines möchte ich auch! (Gut, die Anwesen waren zumindest vor zwölf Jahren schon manchmal recht schnuckelig, soweit man das von der Straße aus überhaupt sehen konnte, aber der Auslauf ist ja nicht alles, zumal der privat eingezäunte ohnehin nicht mit dem öffentlich zugänglichen im Grünwalder Forst konkurrieren kann.) Und drittens sind die Verhältnisse ohnehin nicht gleichzusetzen. Die mäßige Nähe der Alpen und der einen kurzen Fußweg entfernte und für russische Verhältnisse spektakuläre Strand – das sind verschiedene Welten.

Obgleich sowohl Swetlogorsk als auch Pionerski (Пионерский, Neukuhren) Küstenorte sind, verbindet sie entlang der Küste keine Straße. Die Eisenbahn kommt dem Wasser noch am nächsten. Aber wer sich von Umleitungsschildern nicht irre machen lässt und sich nicht zu schade ist, das Fahrrad auch mal über irgendwelche Gräben und andere Hindernisse zu hieven, die infolge baulicher (genau genommen eigentlich bis zu diesem Zeitpunkt eher destruktiver) Tätigkeit temporär unpassierbar erscheinen und dies für gewöhnliche Kraftfahrzeuge ja auch tatsächlich sind… – wer also so veranlagt ist, der glaubt nicht, dass noch kein Fußgänger und Wanderer zwischen den Strandwelten auf den Gedanken verfallen wäre, den direkten Weg zu suchen. Freilich, es gibt ihn, es muss ihn geben: am Strand entlang. Das jedoch will ich weder meinem Fahrrad noch mir antun, denn Sand und Salzwasser sind Feinde aller Kugellager, und ein Fortkommen ist am Wasser fahrenderweise auch eher unwahrscheinlich. Aber so in 100 Metern Entfernung vom Wasser… – da müsste doch was zu machen sein. Und so folge ich jedem Weg und jeder unscheinbaren Straße, die mich auf andere Pfade führt als auf die dreimal so lange Straße nach Pionerski.

Allein – die Suche ist von allen möglichen Erkenntnissen gekrönt, nur nicht von der Ankunft in Pionerski. Wer weiß, vielleicht sind sich die Orte nicht grün, vielleicht konkurrieren sie ja um Kundschaft und wollen nicht, dass der interessierte Urlauber vergleichenderweise mal »um die Ecke« schaut. Dabei ist das im Auto ein Kinderspiel, und das macht meine Suche letztlich auch albern. Der aufwändig erscheinende Umweg ist keine fünf Kilometer lang. Dies rechtfertigt keine Suche, eher schon das prinzipielle Aufbegehren dagegen, immer nur der Route der Motorisierten folgen zu müssen, wenn ich von A nach B bzw. von S nach P will.

Mühlteich in Swetlogorsk/Rauschen

Zum Abschluss meines Herumstöberns lande ich wieder auf der Hauptstraße. Diese gewinnt durch ihre Lage am Mühlenteich. Ich weiß nicht, wie der heute heißt, aber sein Abfluss soll mal Mühlen angetrieben haben, und so, umgeben von gut situierten Grundstücken am dem Meer abgewandten Hang und von Wald, macht er was her, und wem der Trubel oder die Sonne am Strand zu intensiv wird, der verkriecht sich vielleicht im Mischwald; reizvoll sieht das jedenfalls aus.

Strand bei Pionerski/Neukuhren

In Pionerski angekommen will ich ebenfalls mal an den Strand. Sie wollen alle dahin, sie nehmen Staus und Gewühl und – wer weiß? – vielleicht sogar gebührenpflichtige Parkplätze auf sich; er muss einfach was haben, was nicht alltäglich ist. Aber meine Ankunft am Sand ist diesbezüglich nicht gerade euphorisierend. Der ist weder ein Geheimtipp (obwohl man nicht ernstlich behaupten könnte, dass die Wasserkante überlaufen sei) noch schneeweiß (allerdings habe ich noch nirgends wirklich schneeweißen Sand gesehen) noch fein wie Mehl noch besonders sauber. Vielleicht ist der Betrieb der Feriensaison geschuldet oder der Tatsache, dass heute Sonntag ist. Aber hier will ich einfach nur weiter; ein Strandmensch bin ich ohnehin nicht. Also kurbele ich mich den Hang wieder hinauf, denn auch Pionerski liegt mehrheitlich oberhalb des Hochufers.

Die Weiterfahrt nach Selenogradsk (Зеленоградск, Cranz) verzögert sich unerwartet, abgesehen davon, dass die Piste auch diesmal wieder wie eine Girlande ins Binnenland »durchhängt«: Am Ausgang der Ortschaft wechselt der Straßenbelag, genauer: Er endet. Weiter geht es auf einer Melange aus Schotter und lehmigem Sand. Es ist nicht so, als führe man auf einem Eisenbahndamm, auf dem gerade die Gleise und Schwellen entfernt worden wären, aber der Widerstand ist doch deutlich größer, und der Luftdruck auf den Reifen ist hier noch einen Tick wichtiger, weil man sonst riskiert, sich an einer überdurchschnittlich weit aufragenden Granitspitze einen »Felgenkneifer« zu holen, und der klingt nicht nur blöd und verzögert die Weiterfahrt, sondern der kostet meist auch gleich zwei Flicken aus einem endlichen Vorrat. Wenn mir ein Auto entgegen kommt, das fährt, als sei der Eigentümer gegen Unterbodenschäden versichert, kommt für Sekunden Sahara-Feeling auf: Staub wirbelt hoch und verhindert für Sekunden die Sicht. Minuten dauert es, bis er sich gänzlich gelegt hat – oder der nächste Ungeduldige heranbrettert.

Kurz nachdem das losgegangen ist, muss ich mal »wohin« – keine »große Sache«, aber auch für »Geständnisse« suche ich nicht gerade Publizität. Praktisch schon außerhalb der Stadt liegt rechts ein Gebäude, das ganz offensichtlich verfällt und nicht mehr benutzt wird. Es gibt eine Durchfahrt in den Innenhof; dieser scheint mir genügend diskret. Das haben vor mir wohl schon andere so gesehen, allerdings für andere Zwecke, jedenfalls sind ihre Hinterlassenschaften dauerhafter: Müll türmt sich auf, Haushaltsmüll und Bauschutt, nicht in einem einzelnen kriminellen Akt hierher »entsorgt«, sondern Häufchen für Häufchen aus zahlreichen Kleintransporten platziert. Mein Ordnungssinn regt sich. Große Schweinerei! Könnte man hier nicht mal aufräumen? Also, ich würd’s ja tun, aber das nähme kein Ende – hier nicht und über alle wilden Müllkippen und verwahrlosten Grundstücke betrachtet erst recht nicht. Warum gibt’s so was immer wieder? Ich kenne ja solche Schandflecken auch aus Deutschland, und wenn’s kein Müll im Wald ist, dann sind es verfallende Häuser, unbewohnt, aber von ihren geklärten oder ungeklärten Eigentümern sich selbst überlassen. Gibt es gegen solche Wunden im landschaftlichen oder städtischen Erscheinungsgebiet kein Mittel? Während ich über den Schotter stuckele, denke ich darüber nach: Die wilden Müllkippen entstünden vermutlich nicht, wenn Entsorgung generell kostenlos wäre, was natürlich nur dann ginge, wenn die tatsächlich dennoch entstehenden Kosten zuvor auf die Verkaufspreise aufgeschlagen worden wären. Wahrscheinlich ist das einfacher gesagt als getan, denn wer berechnet all diese Kosten? Und wer organisiert die Umverteilung von der Erhebung im Einzelhandel hin zu den Entsorgern an mitunter ganz anderen Orten? Vermutlich müsste man … Ach was, Details – wie soll ich das denn hier vom Sattel aus klären? Und was wäre mit den Ruinen? Ich denke, dass man einen nutzungsabhängigen Aufschlag auf die Grundsteuer für deren Abriss vorhalten sollte. So was wird mit der Zeit immer wahrscheinlicher und immer teurer, und darum wäre eine dauerhafte Abgabe passend. Wenn der Eigentümer irgendwann selbst »aufräumen« sollte, müsste die Kommune ihm natürlich die Rücklage auszahlen. Und wenn er nicht zu identifizieren sein sollte oder nicht zahlt, wird der Grundstückswert abzüglich Abrisskosten geschätzt, und sobald die Rückstände größer als diese Differenz werden, fällt das Grundstück an die Kommune, die den Abriss dann selbst macht, und sie müsste dazu auch verpflichtet werden, sonst käme mancher Stadtrat womöglich auf die Idee, das Geld für etwas anderes zu verwenden und die eine oder andere Ruine im Ortsbild dafür noch eine Weile zu tolerieren. Aber genug der Träumereien – mich fragt danach ja ohnehin niemand.

In Selenogradsk suche ich einen Markt auf. Vor mir liegt die Kurische Nehrung, und wie es dort um die Versorgungslage bestellt ist, will ich möglichst nicht erst vor Ort feststellen. Es könnte sein, dass die Verhältnisse schwierig sind – immerhin ist Sonntag –, und das wäre auf einer 100 Kilometer langen Sandbank nicht so schön. Hinzu kommt, dass die russisch-litauische Grenze ungefähr in der Mitte der Nehrung liegt. Wenn in Litauen nichts geht, kann ich nicht mehr zurück, denn mein Visum sieht nur zwei Einfahrten nach Russland vor, und die zweite ist eigentlich für St. Petersburg und alles, was danach kommt, gedacht.

Nach einem Abzweig offenbart sich buntes Treiben. Da sind Stände für alles Mögliche, auf Touristen zugeschnitten und für den örtlichen Bedarf. Der Sonntag ist, wie gesagt, im Einzelhandel ein Tag wie jeder andere auch. Die Buden ziehen mich jedoch nicht so an. Am Eingang eines Flachbaus gibt es ein reges Kommen und Gehen; dort will ich mal mein Glück versuchen. Im Inneren erweist sich das Gebäude jedoch nicht als Selbstbedienungsladen, sondern als eine Ansammlung der verschiedensten Thekenläden. Hier ist also Verständigung angesagt, wenn ich was will. Mir ist es vor allem um meine bordeigene Süßwarenabteilung zu tun. Kekse, Kuchen, Schokolade, Waffeln und alles in dieser Richtung – es ist immer so schrecklich schnell weg. Dabei bin ich noch auf Diät, will sagen: Noch versuche ich den Blutzuckerspiegel dadurch zu stabilisieren, dass ich mit Haferflocken und anderen »Darreichungsformen« komplexerer Kohlenhydrate der Bauchspeicheldrüse etwas für die kommenden Stunden anstatt für die nächsten 30 Minuten zu tun gebe. Wenn das klappen würde, wäre das ja auch nicht schlecht: Man würde sich in größeren Abständen den Bauch so richtig voll hauen und danach für 50 Kilometer oder so im Frieden mit der Speisekammer leben; außerdem wäre die Insulinproduktion nicht solchen Berg- und Talzyklen ausgesetzt. Nicht zuletzt würde eine solche Vorgehensweise auch der Zahnpflege ein wenig von ihrer Absurdität nehmen, denn normalerweise putzt man sich die Zähne ja nach dem Essen, aber nach dem Essen ist hier vor dem Essen, also wie soll das gehen? Doch ich weiß nicht, ob diese Strategie auf Dauer funktioniert. 1999 habe ich in Frankreich mal im letzten Drittel der Reise aufgepasst, was ich so verdrücke. Damals standen Obst, Baguettes und Nougatcreme ganz oben auf dem Speiseplan, und wer das bis hierher noch normal findet, der nehme zur Kenntnis, dass der dritte Posten täglich (!) mit ca. einem halben Kilo zu Buche schlug. Das sind 250 Gramm raffinierter Zucker allein auf diesem Wege, nicht gerechnet all die Puddings und anderen Süßigkeiten. Und natürlich sind Nutella & Co. auch reich an pflanzlichen Fetten. Dass ich auf der damaligen Tour dennoch fünf Kilogramm Gewicht verlor, war den fast täglichen Kletterpartien geschuldet, und als ich die erwähnte Bilanz aufstellte, war ich in den Seealpen; da geht es schon ganz ordentlich zur Sache.

Also Waffeln; es geht hier um Versorgung, nicht um Askese. Das Angebot ist vielfältig, aber nur wenige Dinge werden nach dem Motto »Das Auge isst mit« ausgelegt. Kartons und die erwähnten Plastiktüten dominieren. Ich lasse mir zwei Arten von Waffeln abfüllen – ja, es darf ein bisschen mehr sein – und versenke sie nach dem Weg ins Freie in meinen Packtaschen am Lowrider. Aber zu einem regelrechten Vorrat hat dieser Einkauf jetzt noch nicht geführt.

Der Navigator, den ich wieder am Lenker befestige, signalisiert mir schwache Batterien, und damit mir kein Meter des Weges unprotokolliert bleibt, fördere ich zwei AA-Batterien aus dem Fundus ans Tageslicht. Ich habe den Garmin erst kurz vor Antritt der Reise gekauft, hin- und hergerissen von der Tatsache, dass ich mit meinem Superstick, der zudem noch eine Erwerbung dieses Jahres ist, eigentlich bereits ein erprobtes Gerät zur Verfügung habe, mit dem ich Routen aufzeichnen kann. Das Problem ist nur: Nach vier Tagen ist sein Speicher voll. Die Hersteller hatten offensichtlich Kunden im Blick, die täglich oder zumindest spätestens nach dem Wochenendausflug Zugang zu einem PC haben. Dort kann man die Daten auslesen, den Speicher löschen, und dann kann’s wieder in den Busch, auf die Piste oder wohin auch immer gehen. Die Batterien halten dafür eine ganze Woche lang, also eigentlich eine sparsame Sache. Das Problem ist nur: Ich habe keinen PC dabei, und im Internet-Café ist die Software nicht verfügbar, die zum Download der Daten benötigt wird (und natürlich kann ich an solchen Orten nichts installieren). Ich musste mich also zwischen einem Notebook und einem anderen Navigationscomputer (mit deutlich größerem Speicher) entscheiden. Nahe liegend war das Notebook; ich dachte mir so in meiner Naivität – denn eigentlich hätte ich es aus den Erfahrungen, genauer: aus der Erinnerung an meine Befindlichkeit während der vergangenen Touren besser wissen müssen –, dass es keines zweiten Navis bedürfe (auch wenn der Trackstick kein Navigationsgerät im eigentlichen Sinne ist, da er ja über keine Anzeige verfügt), und auf einem Notebook könnte ich unterwegs Logbuch führen. Dann wäre der Reisebericht sozusagen mit dem Ende der Reise fertig. Klasse Idee! Glücklicherweise suchte ich für den Erwerb einen Fachhändler auf, und das einzige Gerät, das von seiner Größe her für mich in Frage kam, war der EEE-PC von Asus. Ich wurde an die Chefin verwiesen, als ich wissen wollte, wie schnell das 901er Modell verfügbar gemacht werden könne. Tja, und diese Dame verriss den Service von Asus (nicht das Gerät selbst) derart engagiert, gründlich und auch recht glaubhaft (ich könne aber zum Mediamarkt gehen – die würden mir so ein Ding bestimmt verkaufen), dass ich vom Kauf Abstand nahm, mich für die Beratung bedankte und gleich nach Heroldsberg weiterfuhr, wo ein Garmin-Händler residierte. Internet-Geschäfte waren mir in der Kürze der Zeit, wenige Tage vor der Abreise, zu riskant. Der Händler versicherte mir, dass ein normaler Batteriesatz einen kompletten Tag lang reichen würde. Ich hatte verlässlich wissen wollen, mit welchen Vorräten ich aufbrechen musste, denn Batterien sind manchmal so eine Sache: Preise und Qualität schwanken mitunter extrem, nicht zu reden von der Verfügbarkeit. Wer weiß, wo die Russen fertigen lassen bzw. woher sie importieren. Also versenkte ich ein ansehnliches Paket Elektrizität in einer meiner Packtaschen und vertraute darauf, dass das schon reichen werde. Vorerst reicht es noch.

Ich verlasse den Markt und folge wieder der Hauptstraße. Rechts und links wird heftig gebaut. Es ist beeindruckend. Ist hier plötzlich der Wohlstand ausgebrochen, dass so viele Menschen ihr bisheriges Heim aufgeben (denn man kann nicht gerade behaupten, dass die russische Bevölkerung wächst)? Man zeigt Mut zur Aussicht, sprich: zur Höhe. Hoffentlich kommen die in zehn Jahren nicht auf die Idee, dass Hochhäuser in einem Ostseebadeort nicht so prickelnd sind. Aber das müssen sie schließlich selber wissen.

Zugang zum Kurischen Haff bei Selenogradsk/Cranz

Der Navigator zeigt mir Richtung Südost an. Das muss sich aber bald ändern, wenn diese Straße zur Nehrung führen soll, denke ich mir. Es ändert sich nicht. Zwischendurch überquere ich einen Kanal, und schilfiges Gelände nach beiden Seiten lässt Raum für Spekulationen, ob das Haff links oder rechts ist. Links sollte es nicht sein. Ist es aber doch, wie ich wenig später anhand von Wegweisern nach Kaliningrad (Калининград, Königsberg) erkenne. Dies war die falsche Route, also zurück!

Anderthalb Kilometer später sehe ich, wo ich hätte abbiegen müssen. War das nicht klar erkennbar? Wo hatte ich meine Augen? Ich folge der Straße in Richtung Nordosten, und diesmal bin ich mir sicher, auf dem richtigen Weg zu sein. Wäre hier vielleicht noch so etwas wie ein Supermarkt? Ein entfesselter Aufbruch sieht anders aus.

Kurz vor dem Ortsausgang erblicke ich nach einem erfolglosen Versuch zur Linken rechts einen Hinweis auf einen Супермаркт. Tja, früher hieß das noch Магазин (Magasin) und manchmal auch einfach nur Продукты (Produkte), aber der Begriff Supermarkt hat insofern seine Berechtigung, als er tatsächlich eine Zeitenwende darstellt: Größere Vielfalt, Selbstbedienung, schnellere Abfertigung und nicht zuletzt, wenn man auf günstige Angebote achtet, günstigere Preise. All das ist allerdings der gewachsenen Mobilität geschuldet; wenn die Kunden zu den Waren kommen anstatt umgekehrt, lässt sich eben vieles bündeln, und dann sinken auch die Preise. Der Nebeneffekt ist jedoch, dass die teilweise geradezu mikroskopischen Geschäfte auf dem Dorf es schwer haben; ein zeitgemäßes Auskommen ist damit kaum noch zu erzielen, besonders, wenn innerhalb eines 300-Seelen-Nestes gleich drei solche Lädchen nebeneinander existieren wollen. Noch gibt es sie, aber wie lange werden sie sich halten?

Der Supermarkt also – er soll mir alles geben, was noch fehlt. Erneut schließe ich mein Fahrrad an, demontiere Navi, Tacho und Lenkertasche und strebe ins klimatisierte Innere. Voll beladen trete ich wieder ins Freie. Eine Premiere ist die Unterbringung all der Sachen inzwischen nicht mehr. Spannend bleibt das Stück dennoch. Während ich da so werkele und nebenher den luxuriösen und gekühlten Fruchtjoghurt eines deutschen Herstellers schlürfe, spricht mich jemand an. Ich richte mich auf. Deutsch? Ein leichter Akzent ist zu bemerken; das ist wahrscheinlich kein Deutscher. Der Mann ist nicht allein; eine junge Frau und zwei halbwüchsige Jungs stehen direkt hinter ihm. Er muss die Fahne auf meiner Lenkertasche gesehen oder sich gedacht haben: Wer soll hier schon sonst mit dem Fahrrad unterwegs sein? Er erzählt mir, dass sie aus Deutschland kommen; er arbeite dort schon seit einigen Jahren. Seine Frau ist Deutsche, und die Kinder sind zweisprachig aufgewachsen. Das werden sie gut gebrauchen können, denke ich mir. Sie wollen wissen, was ich vor habe. Na ja, heute will ich erst mal sehen, wie weit ich auf der Nehrung komme. Nach meinen Plänen wollte ich ja eigentlich schon gestern aus Russland wieder heraus sein; mal sehen, was sie an der Grenze zu der eintägigen Verspätung sagen. Dann soll das Baltikum kommen, und St. Petersburg wage ich anzudeuten. Ja, dann mal gute Reise! Danke, Ihnen noch eine schöne Zeit hier. Die Welt ist doch ein Dorf.

Zufahrt zur Kurischen Nehrung bei Selenogradsk/Cranz

Nach einer langgezogenen S-Kurve ist sie da: die Kurische Nehrung. Rechts Wald, links Wald, in der Mitte die Straße, und nichts deutet darauf hin, dass dies lediglich ein wenige hundert Meter breiter Sandstreifen ist, aufgetragen vom Wind von der einen Seite und den Flusssedimenten von der anderen. So unspektakulär kann eine meeresnahe Gegend sein. Einen Kilometer später geht die Nehrung administrativ los. Ich hatte doch in meiner Naivität tatsächlich geglaubt, dass allein aufgrund der Tatsache, dass die Nehrung für die Russen mehr oder weniger eine Sackgasse ist, seit die Baltischen Staaten nicht mehr mit ihnen zur Sowjetunion gehören und ihnen seither den Grenzübertritt erschweren, sich kaum jemand dorthin begeben würde. Warum soll man da hin, wenn es doch nicht weiter geht? Stattdessen staut sich der Verkehr, und für Kraftfahrer wird so etwas wie ein Eintritt fällig. Während ich mich zwischen den mehrspurig Wartenden hindurch fädele, kommen wichtige Autofahrer: viele PS, dunkler Lack, hohe Bodenfreiheit, mit einem Wort: SUV. Sie haben anscheinend höhere Rechte, müssen nicht anstehen, können auch den Gegenverkehr ignorieren. Der Gegenverkehr sieht das anders. Alles steht. Nach einigen Bedenksekunden beginnt das Rangieren. Niemand hupt, und die VIPs passieren bald darauf die Schranke. Man kennt das offensichtlich. Warum sich über das Unvermeidliche aufregen?

Strand an der Kurischen Nehrung

Damit dieser Weg nun aber nicht »Waldmeer, Sandmeer, nichts mehr« bleibt, biege ich bei passender Gelegenheit mal nach links (also nach Norden) ab, um den Strand zu inspizieren. Der kurze Weg durch den Tann ist vergleichsweise einfach, aber kaum gerate ich in die Dünen, wird selbst das Schieben anstrengend. Der Sand bremst gnadenlos. Ich lasse mein Gefährt auf Sichtweite stehen und stapfe zur Kuppe. Ah, das Meer. Und ein paar Leute. Man ist hier zwar nicht regelrecht einsam, aber es gibt viel Auslauf und dabei nur eine geringe Kollisionswahrscheinlichkeit. Jetzt hier noch einen kleinen, gepflegten Strandladen, weil an der frischen Luft und nach gelegentlichen Ausflügen ins Wasser der Appetit unweigerlich und mit Macht kommt – und die Sache wäre perfekt. Kommt schon noch, Leute, verlasst euch drauf. Nur vielleicht nicht gerade im Kilometertakt – schließlich muss genügend Kundschaft da sein.

Kurische Nehrung, Weg zum Strand

Also wieder zurück und weiter entlang dem Rückgrat der Halbinsel! Ich habe mir diese Straße wie etwas schnurgerade Endloses vorgestellt. Natürlich weiß ich, dass die Nehrung keine Gerade ist, eher so eine Banane, wenn auch weniger gekrümmt und viel schlanker. Aber wenn sie durch einen Ellipsenbogen angenähert würde, der sich keine Schlenker leistet und nur um einen seiner Brennpunkte verläuft, dann wäre die R515 über viele Kilometer einsehbar. Sie ist es jedoch nicht. Sie hat kleine Wellen, möglicherweise Setzungen, und sie stöbert gewissermaßen durch die Gegend, mal hier schnuppernd und mal dort eine Markierung hinterlassend. Warum das so ist, weiß ich nicht, aber es ist wohl besser so, denn Kraftfahrer brauchen Abwechslung, sonst nicken sie schneller ein.

Lesnoje/Sarkau am Kurischen Haff

Der erste Ort auf der Kurischen Nehrung ist Lesnoje (Лесное = Walddorf, Sarkau). Viel macht er nicht her. Ich fahre auch nicht durch jede Straße. Welche Zukunft diese Dörfer hier haben, hängt ganz wesentlich vom Tourismus ab und davon, ob es hier Hotels gibt bzw. geben wird. Dies mag Einschränkungen unterliegen, denn die Nehrung gehört zum Weltkulturerbe. Ich frage mich, ob man sich da mit der Liste vertan hat. Müsste es nicht vielmehr das Weltnaturerbe sein? Gut, Herr Epha hat im 19. Jahrhundert dafür gesorgt, dass die Dünen wieder bepflanzt wurden. Auf diese Weise hat er den ewig umgestaltenden Kräften des Windes deutlich Einhalt geboten, aber dass die Nehrung jetzt überwiegend von Wald bedeckt ist, stellt keine kulturelle Leistung des Menschen dar. Das war lediglich eine restaurative Besinnung, und zwar aus der Not heraus, auf das, was vor seinem zerstörerischen Eingriff lange Zeit vorher schon mal existierte. Oder meinten die Mitglieder des World Heritage Committee die menschlichen Ansiedlungen? Vielleicht das Thomas-Mann-Haus? Na ja. Also, noch habe ich es ja nicht gesehen.

Weiter geht’s. Der Straßenverkehr ist auszuhalten, aber er nimmt kaum ab, was er eigentlich tun müsste, denn warum sollten die Leute alle bis zur litauischen Grenze fahren? Etwa nach der Logik: Jetzt haben wir bezahlt, jetzt wollen wir es auch auskosten!? Ob da wohl noch irgendwo eine Tankstelle kommt? Blöd, wenn einem hier der Sprit ausgeht. Für diejenigen, die sich kein Auto leisten können oder es nicht für den Ausflug zum Strand nehmen wollen, gibt es Busverbindungen, ganz regulär, wie fast überall im Land. Das ist zwar kein Luxus, aber ein ums andere Mal erscheint es mir mehr, als in Deutschland außerhalb der Städte geboten wird.

in den Dünen der Kurischen Nehrung in den Dünen der Kurischen Nehrung
in den Dünen der Kurischen Nehrung Ostseestrand der Kurischen Nehrung

Bei einem Abstecher zum Haff finde ich natürlich weniger Treiben. Der Strand kann nicht mit dem auf der Ostseeseite mithalten, und Wellengang ist auch keiner. Dafür prügelt ein Scooter übers Wasser. Mir fällt Robert Gernhardts »Elftes Gebot: Du sollst nicht lärmen!« ein. Leute wie diese wollte er glatt von dieser Erde tilgen. Im Moment kommt mir das Ding nicht so laut vor, aber grundsätzlich ist auch mir Rücksichtnahme ein hohes Gut.

Kurisches Haff Kurisches Haff

Kurz vor Rybatschi (Рыбачий, Rossitten) erhebt sich links Müllers Höhe, der höchste Punkt der Dünen auf russischer Seite mit 43 Metern über dem Meeresspiegel. Es gibt einen kleinen Parkplatz gleich neben der Straße, aber ich parke lieber nicht. Ich ziehe es vor, meinen fahrbaren Untersatz die Düne hinaufzuschieben. Ja, schieben, denn mit Fahren ist hier bald nichts mehr zu wollen. Erst steigt der Weg an, dann löst er sich auf, und ob ich vor dem Scheitern wegen der Klickpedale noch einmal umkippe oder nicht – im losen Sand ist ohnehin nichts mehr zu wollen. Aber 43 Meter sind eine endliche Höhe; da hatte ich schon härtere Hindernisse. Der Ausblick oben ist allerdings erst mal nicht so spektakulär, wie ich das erwartet hatte, denn erstens ist auch Müller Höhe bewaldet – und die Bäume sind natürlich höher als ich –, und zweitens erhebt sich die sandige »Brandung« nach einem Abschwung in Richtung Ostsee noch einmal, wenngleich nicht ganz so hoch wie hier. Der Strand entzieht sich so jedoch meinen Blicken. Lediglich eine Plattform weit draußen ist zu erkennen. Wer weiß, vielleicht bastelt Gerhard Schröder dort gerade an seiner Ostseegasleitung.

Kurischen Nehrung, Blick zur Ostsee Kurischen Nehrung, Blick zur Ostsee
in den Dünen der Kurischen Nehrung in den Dünen der Kurischen Nehrung

Fahrrad auf Müllers Höhe

Aber es gibt ein paar hundert Meter weiter südlich zwei Aussichtsplattformen. Die eine, niedrigere aus Holz ist für die Treppensteiger. Ich besuche sie zuerst, denn auf der anderen Plattform turnen gerade ein paar junge Leute herum. Sie ist höher, und natürlich will ich auch dort noch hinauf, aber besteht aus einer Stahlrohrkonstruktion, und die eiserne Leiter nach oben ist etwas für die Mutigeren, und wer diesen Weg trotz Gegenverkehr antritt, muss schon ein wenig artistisch veranlagt sein, denn das verlangt den Unterwegsseitenwechsel auf der Leiter – nichts für jedermann. Ich muss, als der Weg endlich frei ist, gut aufpassen, denn der Stahlzinken, mit dem ich mich üblicherweise in die Pedale einklinke, verschafft mir auf den Stufen keinen besonderen Halt. Winkle ich die Füße an, mag es gehen, aber wenn ich das mal vergesse, könnte mich die geringe Haftung übel überraschen. Also halte ich mich gleich von vornherein vor allem mit den Händen fest.

Von hier oben kann man Rybatschi gut sehen, außerdem eine große kahle Fläche im Norden auf der Haffseite, und wenn man den Ausblick nach Norden mit dem nach Süden vergleicht, kann man auch schön die Krümmung der Nehrung erkennen.

Rybatschi/Rossitten Kurische Nehrung, Blick nach Südwesten
Kurische Nehrung, Blick nach Nordosten Kurische Nehrung, Blick nach Nordosten

Also gut, jetzt noch das Dorf, und dann ab zur Grenze! Ich steige wieder hinab und stapfe dann mit dem Fahrrad hinunter zur Straße. Kurze Zeit, nachdem ich die Hauptstraße wieder erreicht habe, führt rechts ein Abzweig durch Rybatschi zum Haff. Und wie ich so entlang einer der Straßen fahre, höre ich aus einem Haus von links Gesang. Es ist typischer russischer Gesang: Zwei Frauenstimmen, vermutlich nicht mehr ganz jung, folgen den mal weit auseinander, mal eng beieinander liegenden Linien von Melodie und Unterstimme. Die Stimmen sind vielleicht nicht mehr ganz klar, aber absolut akkurat. Da ist kein Zittern, und da ist keine Drift. Wow, das müsste man mal aufnehmen, trotz aller dörflichen Hintergrundgeräusche. Wenn ich zurückkomme, werde ich einen Versuch unternehmen. Als ich dann jedoch wenige Minuten später technisch vorbereitet erneut dort aufkreuze, höre ich nur noch eine Wummertröte. Ein klarer Fall für Herrn Gernhardt. Allerdings: Wer weiß, wie lange die Damen ihren Nachbarn oder das Alphamännchen der eigenen Familie schon besungen hatten. Vielleicht waren sie bereits bei Strophe 38 gewesen, und der Ghettoblaster war reine Notwehr. Trotzdem, mir tut es Leid, diese Klänge nicht aufgenommen zu haben.

Nach einiger Zeit kommt die Grenze. Sie ist sogar schon relativ lange vorher zu sehen, weil die Straße hier mal gerade verläuft. Die Ausreise ist denkbar unspektakulär. Die Grenzbeamten nehmen den seltsamen weißen Zettel wieder an sich, den ich bei der Einreise ausfüllen musste, und das war’s. Ich verliere dann auch keine Zeit und fahre sofort weiter. Der eigentliche Grenzverlauf ist mit einem gigantischen Scheinwerfer ausgestattet. Wenn die den einschalten, fällt wahrscheinlich in allen russischen Dörfern der Nehrung der Strom aus. Vielleicht machen sie das aber nur, wenn sie glauben, jemanden direkt auf dem beidseitig eingezäunten Grenzstreifen gesehen zu haben. Wer weiß.

Was nun allerdings kommt, schmeckt mir nur eingeschränkt: ein Fahrradweg. Die Benutzung der gähnend leeren Straße ist für Fahrräder verboten. Ich meine, es kann ja sein, dass hier von Zeit zu Zeit der Teufel los ist – aber wann sollte das eigentlich sein? – und dass Radfahrer, insbesondere solche, die sich außerhalb des Urlaubs eher vierrädrig fortbewegen und daher vielleicht nicht so routiniert mit der Rolle des Schwächeren umgehen können, es dann begrüßen, eine Ausweichoption zu haben. Aber dass sie diese zwingend ziehen müssen… Das ist aber nicht so schlimm, denn ich biege nach kurzer Fahrt rechts ab nach Nida (Nidden). Hier soll irgendwo das Thomas-Mann-Haus sein, und wenn ich mir auch nicht vorstellen kann, bei seinem Anblick einen Ehrfurchtsanfall zu bekommen – dafür muss man wohl mehr von Thomas Mann gelesen haben als die Buddenbrooks –, so will ich doch nicht an allem vorbeifahren, was die Kurische Nehrung auf litauischer Seite zu bieten hat. Es ist ja ohnehin die Frage, wie viel ich davon noch aufnehmen kann, denn der Tag geht allmählich zur Neige, und der zeitweilig komplett bedeckte Himmel dämpft das Tageslicht zusätzlich.

Kurisches Haff bei Nida/Nidden

Erst mal fahre ich in die falsche Richtung. Aber das Dorf ist auch dort ganz nett. Es hat einen ganz anderen Charakter als die Dörfer auf russischer Seite. Die Häuser sehen anders aus; sind die vor 1945 gebaut worden oder nach 1992? Oder hat man immer seinen eigenen Stil gepflegt? Die Russen sind hier als Besatzer empfunden worden, aber was haben sie hier gemacht, d.h., in welcher Weise haben sie die Abläufe geprägt – abgesehen von der nicht ganz unwichtigen Tatsache, dass Russisch und Litauisch zwei völlig verschiedene Sprachen sind und dass natürlich Russisch die Amtssprache war? Klar, es wird vermutlich viel Militär hier gewesen sein – so nahe am Westen. Und ich gehe auch davon aus, dass der ganze ideologische Apparat zelebriert wurde. Aber kulturell und was etwa unternehmerische Freiheiten anging – das müsste man sich mal von jemandem erzählen lassen, der einigermaßen unparteiisch in der Sache ist.

Auch nach dem Richtungswechsel und einer mündlichen Auskunft von einem deutschen Paar – es sieht so aus, als seien hier mehr Deutsche unterwegs als in der Kaliningrad Oblast – finde ich das gesuchte Haus nicht auf Anhieb. Blaue Fensterläden soll es haben und ein bisschen höher am Hang stehen. Na ja, also mit blauen Fensterläden kann ich hier öfter dienen, und das Dorf liegt am Hang; da gibt es zwangsläufig einige Häuser »ein bisschen höher«. Und so steuere ich dann auch erst mal das falsche Haus an. Das ist nämlich bewohnt, und dieser Umstand scheint mir eine klare Kontraindikation zu sein. Also wieder zurück! Wenig später habe ich dann allerdings Glück. Über eine lange, um einige Ecken geführte Holztreppe eile ich nach oben. Auch Digitalkameras benötigen ein paar Lichtquanten für die Herstellung eines Fotos, also nicht herumgetrödelt!

Thomas-Mann-Haus in Nida/Nidden Thomas-Mann-Haus in Nida/Nidden

Dieses Haus gehört zu jenen Dingen, die bei Sonnenschein vermutlich besser wegkommen. Aber ich kann mir das jetzt nicht aussuchen. Nach der Aufnahme poltere ich die Holztreppe wieder nach unten. Hier soll noch irgendwo die höchste Erhebung der Nehrung sein, der Wetzekrug mit 67 Metern. Höher sind nur noch die französischen Atlantikdünen (also, selbstverständlich nur, wenn man ausschließlich die Dünen Europas betrachtet), auf die ich mich im Jahr 2000, fußlahm seit der Bretagne, hinaufschleppte; das war meine erste Reise mit diesem Fahrrad. Aber da war heller Tag, und hier wird’s stattdessen immer schummriger. Also los, Urlaub kommt später!

Wetzekrug (67 m ü. NN auf dem litauischen Teil der Kurischen Nehrung)

Der Radweg führt noch einige Kilometer auf der Haffseite entlang. Ich durchquere die Dörfer Preila (Preil) und Pervalka (Perwalk), leider ohne bleibende Eindrücke. Bestimmt gäbe es das eine oder andere zu sehen, sogar noch bei dieser Beleuchtung, aber ich möchte dem ursprünglichen Ziel, heute noch das Ende der Nehrung zu erreichen, möglichst nahe kommen. Dies ist keine Baltikumreise, sondern eine durch das Baltikum nach Russland. Wie das dort mit der Muße aussieht, werde ich sehen, sobald ich angekommen bin.

Ab Pervalka übernimmt wieder die Führung des Radweges Regie. Der könnte vormittags so schön sein. Es geht im Zickzack durch den Wald. Man könnte meinen, die Bauleute hätten alle 20 Meter gewürfelt, in welche Richtung sie weiter machen. Das ist kein Streckenverlauf, um einfach durchzuzischen. Aber erschiene mir das inakzeptabel, dann hätte ich in einem der letzten Dörfer Station machen müssen – ja, und natürlich hoffen, dass morgen schönes Wetter wird. Angesichts des bedeckten Himmels würde ich dafür keine Garantien abgeben. Also fahre ich weiter, die Hügel hinauf und wieder hinunter und quer durch den gesamten Kompass. Dies ist definitiv nicht der kürzeste Weg nach Klaipėda (Memel)!

Jetzt führt der Radweg wieder an der Hauptstraße entlang. Der Garmin verrät mir, dass die Dämmerung nur noch Minuten entfernt ist. Nach Ortszeit ist es 22 Uhr. Länger muss ein Tag nicht dauern, aber da die Wolkendecke etwas aufreißt, hoffe ich, den Sonnenuntergang wieder live zu erleben. Links biegt ein Weg nach Westen ab, zum Strand. Er ist mit einem Schild bewehrt: »strictly forbidden area«! Irgendwas mit geschützten Tieren oder Pflanzen. Ach, Leute! Ich tue doch niemandem etwas, und wenn ich hier lang fahre, dann nur in der Kraftfahrzeugspur der Naturschützer, auf der auch Regenwürmer selbst dann gefährlich leben, wenn da nur ein Kind barfuß entlang geht. Ich ignoriere das Schild und dringe zur Düne vor. Der Himmel ist glutrot, und der Wald hinter mir steht im Licht der untergehenden Sonne gleichsam in Flammen. Ja, so ungefähr habe ich mir das vorgestellt. Was ist dagegen schon ein Thomas-Mann-Haus? Wo sind eigentlich die flüchtenden bedrohten Arten?

Sonnenuntergang auf der Kurischen Nehrung Sonnenuntergang auf der Kurischen Nehrung
Sonnenuntergang auf der Kurischen Nehrung Sonnenuntergang auf der Kurischen Nehrung
Sonnenuntergang auf der Kurischen Nehrung Sonnenuntergang auf der Kurischen Nehrung

Als der Feuerball im Meer versunken ist, erkenne ich am Himmel einen schwachen Regenbogen. Allerhand! Ohne Regen und ohne Sonne! Was es nicht alles gibt! Nun, da der Tag definitiv zu Ende ist, gilt es ausschließlich, ein Quartier zu finden, irgendwas mit Dach. Ich kehre zur Straße zurück und beschleunige in Richtung Norden. Es geht gute drei Kilometer geradeaus, dann in Richtung Küste. Ich denke, hier ist Schutzgebiet! Na, hier wohl nicht mehr. Kurz bevor es nass wird, kommt wieder der Knick nach Norden. Nach knapp zehn Kilometern knickt’s erneut nach rechts, diesmal Richtung Westen. Inzwischen ist es dunkel, finstere Nacht. Ich bin heilfroh über meinen starken Scheinwerfer. Bei diesem Hin und Her muss man die Kurven rechtzeitig sehen, sonst endet die Fahrt leicht im Unterholz. Wie wär’s jetzt mit einer Panne? Oder ein spontaner Regen? Ach, muss im Augenblick gerade nicht sein, nein, vielleicht später.

Auch hier wieder mischt sich das Kreuz und Quer des Weges kreativ mit einem Auf und Ab. Der Radweg ist bestimmt ein Highlight, tagsüber jedenfalls. Und eines kommt mir immerhin auch jetzt zugute: Er ist von tadelloser Qualität. Da ist nichts zusammengefegt worden, da knallt man nicht über Oberflächenwurzeln, nein, da ist eine einwandfreie Asphaltdecke, hier und da verschüttet unter Nadeln, aber dass hier ein Räumkommando regelmäßig die Wege fegt, erwartet hoffentlich niemand ernsthaft. Der einzige, der hier fegt, bin ich. Hoffentlich gibt’s keinen unbeleuchteten Gegenverkehr.

Als ich erneut zur Küste geschickt werde, erblicke ich in der anschließenden Kurve nach Norden links einen Maschendrahtzaun und dahinter eine Horde Wildschweine, junge Tiere, fast Frischlinge noch, im wilden Galopp. Dass es ziemlich junge Tiere sind, beunruhigt mich ähnlich wie die Tatsache, dass die Braunkittel in dieselbe Richtung unterwegs sind wie ich. Und sie sind etwa gleich schnell! Aber Gott sei Dank ist da ja der Maschendrahtzaun. Sekunden später unterqueren sie ihn jedoch, als sei er gar nicht vorhanden, und preschen vor mir nach rechts über den Radweg. Bremsen ist nicht nötig, obwohl mich die Wendung überrascht. Aber was tue ich, wenn jetzt die Bache kommt und ihre Nachkommenschaft durch mich gefährdet sieht? Ich lege noch einen Zahn zu und sehe, dass ich Land gewinne. Auf eine solche Begegnung bin ich wirklich nicht scharf.

An einer Stelle steht rechts ein unbeleuchtetes Gebäude. Eine Option? Mit der Taschenlampe wage ich mich aufs Gelände. Nein, das ist entweder ungeschützt gegen das Wetter oder instabil. Dass hier mal jemand eingekehrt ist, muss schon eine Weile zurückliegen. Oder es war nie der Fall – denn das sieht eher nach einer verlassenen Baustelle als nach einer Ruine aus. Weiter! Nach zwei, drei Kilometern sehe ich links ein Zelt. Es ist so ein stationär errichtetes Bewirtungszelt. Das Phantastische daran ist, dass auch für die Gäste ein überdachter Bereich vorgesehen ist. Ein fester Untergrund, ein sicheres Dach darüber – Herz, was willst du mehr? Ich schiebe mein Fahrrad auf den Podest, auf dem das Ganze errichtet ist, und sondiere das Gelände, denn da ist irgendwo ein Licht, und jetzt höre ich sogar Geräusche. Hm, sollte das doch nicht für eine 1,0 taugen? Vorsichtig gehe ich auf das Fenster zu, durch das das Licht dringt. Die audiovisuellen Eindrücke rühren von einem Fernseher her. Sollte das Personal der »Gaststätte« hier etwa übernachten? Oh je. Die haben mich doch bestimmt schon gehört. Aber wer sind die? Ich sehe niemanden. Warum dann jedoch das laufende Gerät? Das nächste Fenster ist verschlossen. Durch einen Schlitz kann ich jemanden erkennen, der vor dem Fernseher wie in einem Sessel liegt. Ein Schnarcher. Ein Schläfer! Von mir aus soll der sich die ganze Nacht bedudeln lassen, solange er nur schläft. Laut ist es ja nicht. Ich für meinen Teil werde die Weckzeit so einstellen, dass nach meiner Einschätzung noch nicht mal der Samowar angeheizt zu werden braucht, geschweige denn die ersten Gäste auftauchen. Und im Übrigen schlage ich mein Quartier da auf, wo es mir bereits auf den ersten Blick sinnvoll erschien. Gute Nacht!

12. Juli 12. Juli14. Juli 14. Juli