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3. Juni 3. Juni5. Juni 5. Juni

4. Juni

Laussac – D34 – Paulhenc – C?xD65xD11 – Chaudes-Aigues – D921xD48xD40 – Saint Georges – D250xN9 – Saint Chély-d’Apcher – D75xD987 – Saint Alban-sur-Limagnole – D4xD58xD5 – Grandrieu (145 km)

Es ist eine gute Nacht geworden. Für mich hier unterm Dach jedenfalls. Ob es draußen mal geregnet hat, kann ich allerdings nicht mit Sicherheit ausschließen. Der Himmel sieht jedenfalls alles andere als verheißungsvoll aus. Aber als ich das erste Mal die Augen öffne und die Szene um mich herum wahrnehme, sieht es mir draußen viel zu ungemütlich aus und ist es im Schlafsack viel zu gemütlich, als dass ich gleich aufspringen und zum Aufbruch drängen würde. Also drehe ich mich wieder um und warte auf besseres Wetter. Doch da sind plötzlich Stimmen zu hören. Und ein kurzer Blick verrät: Um die Ecke sind Bauarbeiten im Gange. Ist ja nicht zu glauben. Die Baustelle sah ein bisschen so aus, als fiele das hier alles viel schneller ein, als es wieder aufgebaut wird, als wären das höchstens mal Wochenendjobs, in denen hier die Kelle geschwungen wird. Nichts dergleichen! Jetzt sind Bauarbeiten im Gange, und ich habe keine Chance, hier unerkannt aufzubrechen. Wahrscheinlich haben die Jungs mich auch schon gesehen. Also, dann kann ich ja auch gleich noch ’ne Runde schlafen. Aber so richtig will sich bei diesem Publikum keine Ruhe mehr einstellen, obwohl sie mich nicht behelligen, nicht einmal gucken kommen. Ich packe meinen Kram ein, esse einen kleinen Happen – das richtige Frühstück kommt später –, schiebe das Fahrrad vom Grundstück und breche auf. Bonjour, die Herren. Bonjour.

Jetzt kommt eine kleine Rundfahrt, deren Krümmung dort endet, wo ich meinem Schlafplatz jenseits des Sees wieder gegenüberstehe. Von dort aus erkenne ich auch, dass die Halbinsel zumindest am Morgen keineswegs so verlassen war, wie das zunächst den Anschein hatte. Ein, zwei Autos stehen an einem flachen Abhang, der zwischen einer gepflegten Wiese und dem Wasser verläuft. Er könnte benutzt werden, um Boote zu Wasser zu lassen. Theoretisch könnte man hier wahrscheinlich auch baden, aber besonders fußfreundlich ist der Kies sicherlich nicht. Jedenfalls stehen und sitzen dort ein paar Leute herum. Wahrscheinlich angeln sie, aber das ist etwas zu weit weg, um es sicher erkennen zu können. Mich führt jetzt der nächste Weg wieder in die Berge, erneut hinauf am Nordwestufer, denn auf dem Niveau des Sees gibt es keine Fortsetzung der Straße. Der erste »Ort« heißt l’Ermitage, und da könnte man nun sonst was denken. Er besteht aus zwei, drei verfallenden Häuschen, und kein Gedanke kommt an St. Petersburg, große Kunst oder dergleichen. Wer hat hier wohl den Namen von wem kopiert, und was heißt das überhaupt, »l’Ermitage«? Vorerst gibt es darauf keine Antwort, denn Regen setzt ein, und bergauf geht es, und ich habe mit meiner Arbeit zu tun, werde also nicht in irgendwelchen Taschen nach irgendwelchen Wörterbüchern suchen, um Antworten auf momentan eher unbedeutende Fragen zu suchen. Da ich ungefähr weiß, wie tief das Tal ist – vorausgesetzt, das Umland hat nicht wesentlich seine Höhe geändert –, kann ich abschätzen, wie lange die Auffahrt etwa dauern wird. In Paulhenc versuche ich, meine Reserven aufzustocken. Der einzige Laden des Ortes ist nur sehr mangelhaft bestückt, und was er hat, ist nicht eben billig. Ich halte mich zurück. Noch besitze ich Reserven, und die Powerbar-Riegel karre ich glatt kiloweise durch die Gegend.

Was jetzt kommt, ist die Kurve um ein Seitental der Truyère, dann die Fahrt an dessen Hängen hinab ins Haupttal und dort die Überquerung des Flusses auf einer bemerkenswerten Brücke. Jedenfalls verzeichnet die Karte ganz dick die Pont de Trébul. Die Fahrt dorthin ist recht interessant. Zunächst mal hört der Regen auf. Dann geht es erst in die Horizontale und nach Umrundung des Seitentals wieder bergab, aber am interessantesten ist diese Umrundung selbst. Die Gegend macht einen solch menschenleeren Eindruck, ist dabei so vielfältig in Form und Farbe, intensiviert noch durch das immer stärkere Licht aus dem sich aufklarenden Himmel auf eine blank gewaschene Szene – man muss nicht wochenlang bei 30 Grad durch die Berge fahren, um zu erkennen, dass auch Regen sein Gutes hat.

Die Brücke selbst kann wohl als historisch gelten; so richtig Vertrauen erweckend ist sie dabei nicht. Zu beiden Seiten gabelt sich die Straße, um den jeweiligen Ufern in beiden Richtungen zu folgen. Hinter dieser Gabelung sind die Trosse, an denen die Brücke in klassischer Machart hängt, im Fels verankert. Das alles ist schon ziemlich alt, und auch die Betonteile der Brücke bröckeln so ein bisschen. Vielleicht besteht das Sehenswerte des Bauwerks daran, möglicherweise einer der letzten Zeugen ihrer Existenz gewesen zu sein. Aber einerseits bin ich ein leichtes Fahrzeug und andererseits habe ich doch so viel Vertrauen in die französischen Behörden, dass ich ihnen zutraue, ab und zu mal nach dem Rechten zu sehen.

Wieder auf der Südseite an Land gegangen, ist mein nächstes Ziel nun Chaudes-Aigues. Das liegt – wie könnte es anders sein – mal wieder in den Bergen, aber für ein paar Kilometer folgt die Straße noch dem See, und das ist eine ganz nette Angelegenheit. Ein Seitenarm des Sees flacht ganz allmählich ab, bis er unauffällig in einen Bach übergeht, und zunächst mal folgt die Straße diesem Bach. – Nach dem Regen sind Unmengen von Nacktschnecken auf der Straße unterwegs. Naturgemäß sind diese Kreaturen sehr langsam, und was sonst hier so entlangkommt, ist, gemessen daran, ziemlich schnell. Und deshalb liegen jede Menge Leichen auf dem Asphalt. Ein bisschen aus Rücksicht um die Tiere, allerdings auch wegen eines gewissen Ekels versuche ich, um sie herumzumanövrieren. Am Ende klebt mir lauter organischer Matsch an den Reifen. Völlig gelingt es mir nicht, immer ein Bogen um die Kadaver zu machen. Aber nicht alle sind tot. Und im langsamen Vorbeifahren bemerke ich, wie um fast jedes Matschhäufchen Angehörige zum Leichenschmaus versammelt sind. Kannibalismus! So also bekommt jeder am schnellsten ein eiweißreiches Frühstück. Na denn, Prost Mahlzeit!

Die Sache mit dem Bach erweist sich als eine Ente. Es geht über’n Berg und hinab ins nächste Seitental, das noch länger ist. Dann aber wird nicht mehr lange gefackelt, und es geht in die Höhe. Kurz vor Chaudes kommt wieder eine deutliche Abfahrt. Im Ort bin ich schließlich der Berge müde und gucke mir die Karte an, ob sich da nicht etwas sinnvoll abkürzen lässt. Es lässt. Und ganz liberal streiche ich sowohl einen steilen Anstieg (zwei Pfeile) als auch eine Höhendifferenz von gut 200 Metern. Bevor ich den Ort aber wieder verlasse, wird eingekauft. Die Stadt hat alles, was man so braucht. Sie hat sogar einen Friseur. Und ich brauche einen Friseur, jedenfalls fühle ich, wie mir meine Mecke von Tag zu Tag stärker zum Bedrängnis wird. Nur, wie sag ich’s meinem Coiffeur? Da gehe ich doch lieber erst mal zum Bäcker. Eine Horde deutscher Touristen, soeben einem Bus entsprungen, macht den Markt unsicher. Hier habe ich erst mal alles, also verlasse ich den betriebsamen Ort. Wo Menschen zu Dutzenden, wenn nicht gar zu Hunderten in Bussen herangekarrt wurden und nun endlich mal ’raus dürfen, fühle ich mich nicht wohl, wahrscheinlich, weil ich mir selbst nicht vorstellen könnte, solcherart durch die Gegend chauffiert zu werden, ohne jederzeit frei entscheiden zu können, was ich als Nächstes mache.

Aufgrund der Abkürzung fahre ich nun entlang der D921 nach Norden, um abermals die Truyère zu überqueren. So tief geht’s diesmal aber nicht hinab. Hier steht auch wieder einmal eine Staustufe. Auf der Nordseite erwarte ich nach etwa 15 Kilometern Château d’Alleuze zu sehen, und was mich da jetzt genau erwartet, weiß ich nicht so genau. Als ich die Bildbände studierte, fiel mir einmal ein tolles Schloss auf, und irgendwas sagt mir, dieses Schloss müsse jetzt hier zu finden sein. Wozu mache ich schließlich diesen Schlenker so weit nach Nordosten? Ich bin schon fast wieder in Le Puy. Na gut, das sind noch fast 100 Kilometer, und wenn ich dieses Château erreicht habe, biege ich scharf und entschieden nach Süden ab.

Und da ist es: Aber ach, eine Ruine, kein Schloss, sondern ein verfallenes Exemplar des Bauwerks aus Anjony. Und deswegen habe ich solche Runden gedreht? Und nicht genug damit: Die Ruine ist auch noch eingezäunt und zwar richtig professionell – mit Stacheldraht und so. Professionell will heißen: Ich traue mich nicht drüber, weil ich riskieren würde, mir meine Hose zu zerreißen, und von einer ziemlich unpraktischen Jogginghose mal abgesehen, habe ich keine andere. Außerdem habe ich am Fuß des Berges, auf dem diese Trümmer stehen, mein Fahrrad zurückgelassen, und allzu lange möchte ich es nicht ohne Aufsicht lassen. Immerhin ist mein Gepäck ohne weiteres zugänglich, für jeden anderen wahrscheinlich ziemlich wertlos, aber das weiß er vielleicht nicht, und für mich wäre es ein herber Verlust. Zudem taucht jetzt unten ein Bus auf, hält an und jede Menge Kinder steigen aus. Nun aber rasch! Wer weiß, wie interessant die Racker mein Gefährt finden. Ich springe die Steine hinab, denn es ist weder ein glatter Pfad noch eine Treppe, die nach oben führt, sondern eher ein Haufen Felsstücke, die Stufen bis zu einer Höhe von einem Meter formen. Hier sind also sowohl nach oben als auch nach unten Kletterkünste und ein gutes Gleichgewicht gefragt. Als ich die Straße wieder erreiche, steigen gerade die letzten aus.

Mir steht jetzt wieder eine Auffahrt bevor, aber wo oben ist, kann ich bereits sehen, und auf der Straße habe ich allemal die elegantere Version des Aufstiegs. Es existiert nämlich auch noch ein Kreuzweg steil hinauf zu einer Kirche, der an lauter schlichten, weißen Kreuzen vorbeiführt. Diese Reihe schaue ich mir bald darauf von oben an und kann dann auch zur Ruine und zum Bus hinuntergucken.

Und nun will ich nur noch die N9 erreichen und auf dieser nach Süden fahren. Es ist allerdings nur ein frommer Wunsch, bis dorthin nicht noch einmal in die Tiefe und natürlich wieder hinauf zu müssen. In St. George holt mich brutal die Wirklichkeit ein, und wenn ich brutal schreibe, dann meine ich, dass die Auffahrt vielleicht kurz, aber hart an den Grenzen der Technik und Biologie entlangschrammt. Eigentlich müsste ich hier absteigen und schieben. Aber der Zorn über völlig falsche Beschriftungen der Karte muss mit Gewalt verarbeitet werden, und die entlädt sich an diesem Berg.

Na, und dann bin ich endlich auf der Nationalstraße. Das ist hier keine große Sache; denn parallel zu diesem so bedeutend klingenden Verkehrsstrang verläuft eine Autobahn, und es scheint so, dass sie hier entweder nichts kostet oder trotz der Kosten noch attraktiver ist als immer mal wieder das Durchqueren eines Ortes, für den ja das Tempo gedrosselt werden muss. Die N9 hat keine Hochbrücke, als sie schließlich – für mich zum letzten Mal auf dieser Reise – über die Truyère muss, aber inzwischen kenne ich mein Gewässer, und der Aufstieg auf der Südseite wird mir versüßt von einer Schlängeltour zwischen den Pfeilern eines roten Stahlviadukts, auf dem die Eisenbahn hoch oben das Tal überquert. Von Pfeiler zu Pfeiler gewinne ich mehr an Höhe, und die Konstruktion scheint in der Tradition des Eifel-Turms entworfen und umgesetzt worden zu sein – obwohl diese beiden Bauwerke natürlich nicht die einzigen aus Stahl in Europa sind.

Nachdem ich wieder das Niveau der Eisenbahn erreicht habe, scheint die Arbeit für heute getan. Würde ich genau auf die Karte sehen, wüsste ich, dass dies ein Irrtum ist. Ganz allmählich gewinnt das Gelände an Höhe, und zwar, indem es in langen Wellen ansteigt: Ein kurzes Stückchen hinab und ein längeres hinauf, immer schön flach, aber das ganze Spiel über ca. 30 Kilometer. Zu Beginn einer Auffahrt bemerke ich 200 Meter vor mir einen anderen Radfahrer. Eine Minute später stelle ich fest, dass da ein junges Mädchen vor mir den Hang hinauffährt. Es hat außer einem Korb kein Gepäck und ist langsamer als ich, aber hier würden viele Gleichaltrige sich wahrscheinlich schon weigern, überhaupt einen Drahtesel zu benutzen. Wozu ist schließlich das Moped erfunden worden? Ohne viel Getöse komme ich immer näher, und sie bemerkt mich erst, als ich auf gleicher Höhe mit ihr bin, und erschrickt. Mei, ich kann schließlich nichts dafür, dass mein Fahrrad weder scheppert noch klappert noch irgendwelche Motorgeräusche von sich gibt. Mit einem schelmischen Blick rufe ich ihr ein Pardon zu und ziehe weiter.

In einem Dorf wird an der Straße Honig angeboten. Aber mir ist das Angebot nicht günstig genug. Ich fahre weiter. In St. Chély verlasse ich das verflochtene Gespann aus Autobahn und Landstraße, um noch weiter in die Berge vorzudringen, diesmal mehr in Richtung Osten. In Kürze möchte ich die erste Route aus dem Radtouren-Reiseführer für Südostfrankreich erreichen. Aber heute wird das wohl nix mehr. Vorerst muss ich mich durch die Stadt wursteln, und das ist zwar städtebaulich ganz interessant, aber nicht ganz einfach, da ich eine Ausfahrt suche, auf die kein Schild hinzuweisen scheint. Darum muss ich mich möglichst gut an das erinnern, was ich nahe dem Ortseingang auf einem Übersichtsplan gesehen habe. Dort war diese Ausfahrt nämlich eingezeichnet: die D75.

Schließlich habe ich sie dann doch gefunden, da sie einem kleinen Bach folgt, und den bemerkt man dann ja doch beim Überqueren, wenn er innerhalb einer Siedlung nicht völlig unterirdisch kanalisiert wird. Ich folge dieser Straße, die auf der Karte extrem schmal eingezeichnet ist, und die fünf oder sechs Kilometer sind der Geheimtipp schlechthin. Die Strecke ist landschaftlich vom Feinsten, ruhig, leicht abschüssig und leider viel zu kurz. Dann erreiche ich wieder eine wichtigere Straße, auf der mehr los ist, und hier… überquere ich noch einmal die Truyère. Das ist ein unerwartetes Wiedersehen, aber der Fluss ist nicht wiederzuerkennen. Hier ist es ein Bach, der flach in einem ebenfalls flachen Tal ohne jede Gewalt und ohne Nutzung zur Energiegewinnung dahinplätschert. So kann’s gehen.

Wenige Kilometer später überschreite ich lautlos die 1000-Meter-Marke, aber in der Landschaft ist das kaum zu bemerken. Es ist hier alles ziemlich hoch, und die tiefen Einschnitte der Truyère habe ich ja jetzt hinter mir. Betrachte ich die Vegetation, sieht sogar alles ziemlich flach aus: Kiefernwälder säumen die Straße – nicht durchgehend, aber doch oft, und ich meine sogar sandigen Boden zu sehen. Das könnte für einen Moment glatt die Altmark sein.

Dann ändert sich die Landschaft, Wiesen und Laubwälder prägen die Szene, und es geht bei bedecktem Himmel weiter hinauf in die Berge. Vor mir liegt ein Pass oder zumindest so etwas Ähnliches. Ich muss bis dahin ca. 250 Höhenmeter überwinden. Eine Bäuerin treibt ihre Kühe nach Hause. Ist das Landleben wirklich so toll?

Irgendwann bin ich dann oben, und um den höchsten Punkt der Straße gruppieren sich einige Gebäude, die wie eine Jugendherberge aussehen. Dies sind bzw. ist die Baraque-de-Bouviers. Wahrscheinlich war da zunächst nur ein Haus. Da die Dämmerung inzwischen hereingebrochen ist und eine ganze Menge Jugend herumläuft, denke ich darüber nach, hier ein Quartier zu suchen. Als ich dann in einem Haus frage, ob hier eine Möglichkeit zur Übernachtung besteht, verweist mich einer der Erwachsenen auf Grandrieu. Da gäb’s ein Hotel oder etwas in der Art. Ja, sicher. Dass es da etwas gibt, bezweifle ich nicht. Ich frage mich, ob er damit zum Ausdruck bringen will, dass ich hier nicht gelitten werde (oder es voll ist), oder ob er meint, das könne hier wohl nicht meinen hohen Ansprüchen genügen. Wie dem auch sei, meine Kenntnisse reichen nicht so weit, dass ich das herausfinden könnte. Ich breche also wieder auf, und jetzt habe ich immerhin den Vorteil, dass es bergab, also rasch vorangeht; außerdem schaffe ich noch ein paar Kilometer – nur eine komfortable Übernachtung ist noch nicht gesichert.

Die Dämmerung ist schon ziemlich weit fortgeschritten – dauert ja auch nicht so fürchterlich lange –, als ich Grandrieu erreiche. Und das Lokal, auf das der Lehrer – oder was immer er war – hingewiesen hat, kann ich auch nicht verfehlen; es liegt direkt in einer Kurve der Ortseinfahrt. Ich bocke meinen Esel auf und betrete die Kneipe im Erdgeschoss. Da ist ganz schön was los. Ich frage den Chef nach einem Zimmer, und er verweist mich an seine Frau. Diese führt mich ins Obergeschoss – ich hatte befürchtet, dass es ein Zimmer direkt über dem Lärm sein würde, aber mit genügend Bettschwere wird sich wohl Schlaf finden lassen. Außerdem ist ja mal wieder eine Wäsche fällig; da vergeht eh noch eine dreiviertel Stunde. – Wir werden uns einig, und ich schleppe meinen Krempel hinauf in mein Gemach. Die Gespräche im Lokal sind gut zu hören, auch dann noch, als ich mit allen Reinigungsaktivitäten fertig bin. Aber es kommt, wie ich es mir gedacht habe: Schon nach kurzer Zeit sinke ich in den ersehnten Schlummer.

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